Barrierefreiheit im Netz

Am Dienstag den 26. November 2013 hörten wir uns in unserem Seminar ein Referat mit dem Thema: Barrierefreiheit, an.

Ein sehr interessantes und aktuelles Thema, das immer und immer wieder auftaucht in der „Webwelt“. Eine Studie der Aktion Mensch 2008 fand heraus, dass die befragten Menschen mit Behinderung das Internet überdurchschnittlich nutzen.

Barrierefreiheit begegnet uns überall, nicht nur im Netz, öffentliche Gebäude werden versucht Barrierefrei gestaltet zu werden, ebenso wie Bahnhöfe und Einkaufszentren. Sieht man sich diese Orte genauer an, wird man sich trotz allem fragen, ob so nun die optimale Barrierefreiheit aussehen soll. Wenn es beispielsweise zwar eine Vorrichtung gibt, die ermöglicht auch Rollstuhlfahrern in die S-Bahn zu gelangen, so braucht er oder sie dennoch die Hilfe des Bahnfahrers, denn die Rampe muss erst platziert werden. In diesem Fall kann man wohl kaum von Barrierefreiheit sprechen, wohl eher von einem Hilfsmittel. Barrierefrei wäre es, wenn dem Rollstuhlfahrer ermöglicht würde, durch eine entsprechende Einrichtung die Rampe selbst zu bedienen und somit aus eigener Kraft einsteigen zu können.

Dieses Beispiel soll vor Augen führen, dass oft gar keine vollständige Barrierefreiheit gegeben ist. Im world wide web handelt es sich natürlich um eine vollkommen andere Umgebung, aber wenn man darüber nachdenkt dass Menschen mit Behinderung vielleicht nicht so mobil sein können wie Menschen ohne, dann scheint das Internet für diese Menschen von zentraler Bedeutung zu sein. Doch genau wie in der „realen“ bebaubaren Welt kostet es Geld und Arbeitsaufwand eine Website Barrierefrei zu gestalten. Dies ist vermutlich auch der Hauptgrund warum längst nicht alle Seiten im Web Barrierefrei sind.

Ich möchte allerdings genauer auf die Mängel der angeblich Barrierefreien Seiten eingehen: da die gesamten Inhalte der Gesetze WCAG 2.0 und BITV 2.0 (internationale und national Richtlinien zur Schaffung barrierefreier Informationstechnik) zu umfangreich für eine umfassende Analyse sind, werde ich mich mit einigen Beispielen zufrieden geben.

Ein Kriterium ist zum Beispiel das Angebot von Leichter Sprache und/oder Gebärdensprache, das auch Menschen die nicht gut Lesen können, ermöglichen soll den Inhalt eines Textes zu verstehen. Das bietet beispielsweise die Website des Deutschen Institutes für Menschenrechte1 an. Wenn ich auf den Button „In Leichter Sprache“ klicke, komme ich direkt zu einer anderen Version der Website, auf der alles einfach formuliert und mit Bildern hinterlegt ist. Ein wirklich hilfreiches Angebot nicht nur für Menschen mit Behinderung sondern natürlich auch für Leute, die nicht allzu gut Deutsch lesen können. Klicke ich auf „Gebärdensprachfilme“, lande ich zwar nicht auf einer externen Website, habe dafür aber die wichtigsten Themen in Gebärdensprache per Video zusammengefasst. Auch Audiodateien werden ähnlich wie die „Gebärdensprachfilme“ in Videos unter der  Überschrift:„Audio und Video“, angeboten. Mit diesem Angebot ist das Deutsche Institut für Menschenrechte leider eine Seltenheit.

Bewegen wir uns zum Beispiel einmal in Richtung der Social Networks. Facebook: circa 80 Millionen Nutzer weltweit, sind darunter Leute die Schwierigkeiten haben damit umzugehen? Ich kann Facebook ungestört verkleinern und vergrößern, auch sind viele Buttons mit Symbolen verdeutlicht. Wenn man allerdings wenig oder auch gar nicht lesen kann kommt es zu Problemen, was schade ist, denn viele Menschen mit Behinderung sind gerne bei Facebook und tauschen sich dort mit anderen Menschen aus, was ihnen in der Realität vielleicht schwerer fällt. Es gibt zwar eine extra Sprachausgabe, doch sind viele Grafiken und Schaltflächen nicht mit einem Alternativtext versehen, den die Sprachausgabe wiedergeben könnte. Die Applikationen auf Facebook sind zum größten Teil nicht barrierefrei gestaltet, sie werden meist in Englisch angeboten und eine einfach Darstellungsvariante für Menschen mit Rot-Grün-Schwäche gibt es nicht.2

Dies sind nur einige Beispiele, sicherlich gibt es noch viel mehr Barrieren die Nutzer mit Behinderung zum Beispiel auf Facebook erfahren. Fakt ist allerdings auch, dass Facebook ständig daran arbeitet die Website barrierefreier zu gestalten, damit ist es vielen anderen Websites voraus, denn leider gibt es auch immer noch Seiten, die keinerlei Barrierefreiheit besitzen, dies sind meist Webseiten von Privatpersonen oder auch von Firmen. Alle Webseiten der Bundesverwaltung haben die Pflicht barrierefrei nach dem BITV 2.0 (http://www.gesetze-im-internet.de/bitv_2_0/BJNR184300011.html) gestaltet zu sein. Da auch das Deutsche Institut für Menschenrechte durch staatliche Ministerien finanziert wird und es als Menrechrechtsinstitut auch für die Rechte von Menschen mit Behinderung eintritt, ist es logisch das die Website barrierefrei gestaltet sein sollte. Was sie erfreulicher Weise auch ist.

Es ist noch ein langer Weg zum Barrierefreien Internet, der vielleicht niemals endet. Dennoch gibt es immer mehr Menschen mit Behinderung die es nutzen und immer mehr Techniken, die es auch nutzbar machen.

Quellen: 1 http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/de/startseite.html, 2 http://www.schwindt-pr.com/2011/04/04/wie-barrierefrei-ist-facebook/

Ist Typo3 ein geeignetes CMS für Webaufritte von Informationseinrichtungen?

Aufgrund des Artikels „Content-Management-Systeme im Überblick“ von Hans-Christian Dirscherl, am 18. April 2010 auf pcwelt.de veröffentlicht, stellt sich die Frage ob das bekannte CMS Typo3, laut Discherl sogar „das Schlachtschiff unter den quelloffenen Content-Management-Systemen“, adäquat für Webauftritte von Informationseinrichtungen ist.

Die Vorteile sind zunächst sehr deutlich: Typo3 eine OpenSource CMS Lösung mit unzähligen Extensions bietet alle Möglichkeiten die Website nach eigenen Vorstellungen zu konzipieren und ohne Rücksicht auf Einschränkungen zu gestalten. Sogar eine Anbindung an die eigene Bibliotheks- Verwaltungssoftware wäre denkbar. Darüber hinaus ist nicht nur die Packagesoftware quelloffen sondern auch an den bereits im Typo3 Onlinerepository bereitgestellten Extensions kann nach belieben für individuelle Zwecke umprogrammiert oder erweitert werden.

Dies führt direkt zu einem erheblichen Nachteil. Für den Umgang mit Typo3 und insbesondere für die Erstellung von Websites mit Typo3 ist ein gewisses Know-how gefragt. In der jeweiligen Informationseinrichtung müssten Mitarbeiter vor Ort sein, die neben umfangreichen Kenntnissen in PHP (auf diese Programmiersprache basiert Typo3) auch sicher im Umgang mit SQL und Typoscript sind. Diese Mitarbeiter sind momentan in Informationseinrichtungen vermutlich eher eine Seltenheit, deswegen wird die Programmierung, Gestaltung und Wartung in diesem Fall oft extern vergeben. Die Kosten die die Einrichtung an dieser Stelle mit der OpenSource Lösung eingespart wurden, müssen nun in die Entlohnung einer Agentur die den Webauftritt betreut, investiert werden.

Vielleicht ist es vielmehr eine vernünftige Entscheidung die Typo3 Umgebung von einem Profi aufsetzen zu lassen und anschließend einige Mitarbeiter bezüglich der Arbeit mit dem CMS zu schulen.  Dadurch lassen sich unter anderem bekannte Fehlerquellen, wie z.B. die Installation auf einem ungeeigneten Server, vorweg vermeiden. Dafür müsste sich die Investition in die Typo3 Einrichtung jedoch langfristig lohnen. Die Informationseinrichtung stellt sich in diesem Entscheidungsprozess sicherlich die Frage, ob Typo3 auch den Ansprüchen der Zukunft standhält. Aufgrund der von Dirscherl angesprochenen großen Community und Literaturfülle die Typo3 bereits jetzt schon aufweist, liegt die Vermutung jedoch sehr nahe, dass dieses CMS sich stetig weiterentwickelt.

Wichtig bei der Entscheidung für Typo3 ist jedoch, dass man sich zuvor über die Anforderungen im Klaren wird, die die jeweilige Website der Informationseinrichtung erfüllen sollte. Falls die Website  komplexe Elemente beinhalten sollte, ist Typo3 sicherlich eine gute Entscheidung.

Als Beispiel für komplexe Inhalte die mit Typo3 einfacher bzw. besser umgesetzt werden können, ist an dieser Stelle die Extension libconnect anzuführen.

Ein Auszug aus dem Manual:
„Mit dieser Extension lassen sich Ergebnisse aus den Informationssystemen EZB und DBIS der Universität Regensburg direkt in das TYPO3-System einbinden.
Diese Extension wurde ursprünglich für den Einsatz im Internetauftritt der Staatsbibliothek Hamburg entwickelt. Sie ist vor der Veröffentlichung für die Nutzung anderer Bibliotheken vorbereitet worden. Für den Einsatz dieser Extension müssen jedoch die Ausgaben und Funktionen entsprechend angepasst werden. “

Falls aber nur standardisierte Anwendungen wie z.B. wenige statische Seiten, eventuell eine Rubrik für News, Suchfunktion und Kontaktformular im Fokus stehen, sollte man die Investition in Typo3 überdenken. Auch Discherl spricht in seinem Artikel an, dass Kritiker bemängeln, dass Typo3 für viele Websites überdimensioniert sei. Wer wenig komplexe Anforderungen hat, sollte nicht immer zum umfangreichsten Produkt greifen. Bei einem Einsatz mit Typo3 sollte z.B. der Zeitaufwand für die Mitarbeiterschulung nicht unterschätzt werden. Einige fühlen sich durch die möglichen Funktionen und Möglichkeiten von Typo3 schnell überfordert und können dadurch weniger effizient damit arbeiten.

Alles in allem ist Typo3 ein sehr leistungsfähiges CMS, dass den höchsten Ansprüchen gerecht wird. Die jeweiligen Informationseinrichtungen sollten sich jedoch vorher Gedanken darüber machen, ob die eigene Website diese Vielfalt an Möglichkeiten überhaupt benötigt.

Quellen

 

A camel is a horse designed by committee

Heute am 29. Oktober war die dritte Veranstaltung des Seminars “Webauftritte von Informationseinrichtungen”. Am heutigen Tag wurden auch, das erste Mal, die Studierenden zur aktiven Mitarbeit aufgefordert. 

Die Aufgabe war, ein Design einer Web-Seite zu erdenken. Das Design sollte einer definierten Zielgruppe einer zufällig gewählten Institution entsprechen. Anfänglich durchdachte jeder Studierende eigenständig die Interessen und Ziele dieser Zielgruppen. In einer zweiten Phase fanden sich die Studierenden in Gruppen von bis zu vier Personen zusammen, um Ihre Lösungen zusammen zu führen. Dies hört sich einfacher an, als es war. Wenn zirka 60 Studenten auf einmal lautstark durch den Raum laufen, um ihre zugehörigen Gruppemitglieder zu finden, ist es nicht klar, ob dieser Prozess in endlicher Zeit abgeschlossen werden kann. Glücklicherweise nahm die Seminarleiterin die Gruppenbildung dann in die Hand und somit klärte sich die Unruhe wieder recht schnell auf. Bei der Zusammenführung der Einzelergebnisse wurde rasch klar, dass nicht jedes Ergebnis berücksichtigt werden kann.

Manche Gruppen diskutierten sukzessive alle Ziele ihrer Zielgruppe und die damit verbundenden möglichen Auswirkungen auf der Webseite der entsprechenden Einrichtungen. Dies ist ein sehr komplexer Vorgang, da sich diese möglichen Auswirkungen gegenseitig beeinflussen können. Sich dann auf einen konkreten Seite-Inhalt zu einigen war schon in diesen recht kleinen Gruppen ein nicht immer leichter Prozess.

Ein anderer Ansatz war, eine Lösung eines Gruppenmitgliedes, wohlmöglich die Beste, als Basis zu wählen und davon ausgehend Einzelheiten zu verbessern bis ein gemeinschaftlicher Konsens gefunden wird.

Alles in allem dauerte die Ausarbeitung so lange, dass nur eine Gruppe ihre Lösungen präsentieren konnte. Alle anderen bekamen die Möglichkeit, ihre Ergebniss in der nächsten Veranstaltung vorzuführen.