Ist Typo3 ein geeignetes CMS für Webaufritte von Informationseinrichtungen?

Aufgrund des Artikels „Content-Management-Systeme im Überblick“ von Hans-Christian Dirscherl, am 18. April 2010 auf pcwelt.de veröffentlicht, stellt sich die Frage ob das bekannte CMS Typo3, laut Discherl sogar „das Schlachtschiff unter den quelloffenen Content-Management-Systemen“, adäquat für Webauftritte von Informationseinrichtungen ist.

Die Vorteile sind zunächst sehr deutlich: Typo3 eine OpenSource CMS Lösung mit unzähligen Extensions bietet alle Möglichkeiten die Website nach eigenen Vorstellungen zu konzipieren und ohne Rücksicht auf Einschränkungen zu gestalten. Sogar eine Anbindung an die eigene Bibliotheks- Verwaltungssoftware wäre denkbar. Darüber hinaus ist nicht nur die Packagesoftware quelloffen sondern auch an den bereits im Typo3 Onlinerepository bereitgestellten Extensions kann nach belieben für individuelle Zwecke umprogrammiert oder erweitert werden.

Dies führt direkt zu einem erheblichen Nachteil. Für den Umgang mit Typo3 und insbesondere für die Erstellung von Websites mit Typo3 ist ein gewisses Know-how gefragt. In der jeweiligen Informationseinrichtung müssten Mitarbeiter vor Ort sein, die neben umfangreichen Kenntnissen in PHP (auf diese Programmiersprache basiert Typo3) auch sicher im Umgang mit SQL und Typoscript sind. Diese Mitarbeiter sind momentan in Informationseinrichtungen vermutlich eher eine Seltenheit, deswegen wird die Programmierung, Gestaltung und Wartung in diesem Fall oft extern vergeben. Die Kosten die die Einrichtung an dieser Stelle mit der OpenSource Lösung eingespart wurden, müssen nun in die Entlohnung einer Agentur die den Webauftritt betreut, investiert werden.

Vielleicht ist es vielmehr eine vernünftige Entscheidung die Typo3 Umgebung von einem Profi aufsetzen zu lassen und anschließend einige Mitarbeiter bezüglich der Arbeit mit dem CMS zu schulen.  Dadurch lassen sich unter anderem bekannte Fehlerquellen, wie z.B. die Installation auf einem ungeeigneten Server, vorweg vermeiden. Dafür müsste sich die Investition in die Typo3 Einrichtung jedoch langfristig lohnen. Die Informationseinrichtung stellt sich in diesem Entscheidungsprozess sicherlich die Frage, ob Typo3 auch den Ansprüchen der Zukunft standhält. Aufgrund der von Dirscherl angesprochenen großen Community und Literaturfülle die Typo3 bereits jetzt schon aufweist, liegt die Vermutung jedoch sehr nahe, dass dieses CMS sich stetig weiterentwickelt.

Wichtig bei der Entscheidung für Typo3 ist jedoch, dass man sich zuvor über die Anforderungen im Klaren wird, die die jeweilige Website der Informationseinrichtung erfüllen sollte. Falls die Website  komplexe Elemente beinhalten sollte, ist Typo3 sicherlich eine gute Entscheidung.

Als Beispiel für komplexe Inhalte die mit Typo3 einfacher bzw. besser umgesetzt werden können, ist an dieser Stelle die Extension libconnect anzuführen.

Ein Auszug aus dem Manual:
„Mit dieser Extension lassen sich Ergebnisse aus den Informationssystemen EZB und DBIS der Universität Regensburg direkt in das TYPO3-System einbinden.
Diese Extension wurde ursprünglich für den Einsatz im Internetauftritt der Staatsbibliothek Hamburg entwickelt. Sie ist vor der Veröffentlichung für die Nutzung anderer Bibliotheken vorbereitet worden. Für den Einsatz dieser Extension müssen jedoch die Ausgaben und Funktionen entsprechend angepasst werden. “

Falls aber nur standardisierte Anwendungen wie z.B. wenige statische Seiten, eventuell eine Rubrik für News, Suchfunktion und Kontaktformular im Fokus stehen, sollte man die Investition in Typo3 überdenken. Auch Discherl spricht in seinem Artikel an, dass Kritiker bemängeln, dass Typo3 für viele Websites überdimensioniert sei. Wer wenig komplexe Anforderungen hat, sollte nicht immer zum umfangreichsten Produkt greifen. Bei einem Einsatz mit Typo3 sollte z.B. der Zeitaufwand für die Mitarbeiterschulung nicht unterschätzt werden. Einige fühlen sich durch die möglichen Funktionen und Möglichkeiten von Typo3 schnell überfordert und können dadurch weniger effizient damit arbeiten.

Alles in allem ist Typo3 ein sehr leistungsfähiges CMS, dass den höchsten Ansprüchen gerecht wird. Die jeweiligen Informationseinrichtungen sollten sich jedoch vorher Gedanken darüber machen, ob die eigene Website diese Vielfalt an Möglichkeiten überhaupt benötigt.

Quellen

 

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