Mario Testino. In Your Face

Mario Testino. In Your Face 

von: 20.01.2015 bis: 26.07.2015 im Kulturforum Berlin. Veranstaltet von der Kunstbibliothek.

Die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin ist eine der weltweit größten Museumsbibliotheken und ein fächerübergreifendes Forschungsinstitut. Der Tätigkeitsschwerpunkt liegt in Forschungen und Ausstellungen über die Geschichte der Bildmedien, Architektur, der Mode und der internationalen Kunst.

In Partnerschaft mit Swarovski wurde nun in einem der Standorte der Kunstbibliothek, dem Kulturforum in der Nähe des Potsdamer Platzes, die Ausstellung „Mario Testino: In Your Face“ präsentiert. Zum ersten Mal war der einflussreiche Modefotograf Mario Testino in einer Berliner Ausstellung zu erleben.

Nach Boston, Buenos Aires und São Paolo ist Berlin die erste europäische Stadt, in der Mario Testinos Ausstellung zu sehen ist. Bei der Auswahl der 125 gezeigten fotografischen Arbeiten wirkte der Fotograf selbst mit.

„‚In Your Face“ stellt für mich die freieste Art dar, mich auszudrücken.“ sagt Testino. „Als Bildermacher wollen die Leute dich immer in eine Schublade stecken. Ich glaube, dass jeder von uns viele verschiedene Seiten hat, und nicht immer dürfen wir alle diese Seiten zeigen, schon gar nicht gleichzeitig ausleben, so wie in dieser Ausstellung. Die besondere Art der Hängung dieser fotografischen Arbeiten erlaubt es all diesen verschiedenen Aspekten meiner Neugier miteinander ins Gespräch zu kommen; sie existieren nicht nur für sich, sondern lösen eine Reaktion aus, wenn sie nebeneinander zu sehen sind.“

http://www.smb.museum/ausstellungen/detail/mario-testino-in-your-face.html

Automatisch Buchscanner – Scan Robots

War der ScanRobot der österreichischen Firma Treventus 2007 noch ein Highlight auf der weltweit größten Messe für Informationstechnik, der CeBIT in Hannover, sind vollautomatische Buchscanner heute vor allem bei der Digitalisierung von Großbeständen kaum mehr wegzudenken.

Ebenso wie manuelle Buchscanner arbeiten die vollautomatischen mit einer digitalen Kamera von oben, sodass das mühselige Herausholen, Umblättern und wieder auf den Scanner legen entfällt. Aber im Unterschied zu manuellen nehmen Scan-Roboter dem Nutzer noch eine weitere Tätigkeit ab: Das Umblättern.

Am Anfang der  Geschichte der Automatischen Buchscanner wurde das Umblättern durch eine Kombination von Luft und Roboter-Greifarm realisiert. Dabei separierte der Scanner die Buschseiten zuerst mittels eines Luftstoßes voneinander und blätterte anschließend mit dem Greifarm um.

Anders als in der Anfangszeit fällt der Greifarm heutzutage weg und die gesamt Arbeit wird von Luftstößen übernommen. Unter diesen Umständen ist es heute möglich, insbesondere Historische Bestände besonders schonend zu digitalisieren. Zudem werden die Digitalisate durch eine Software automatisch von den Verzerrungen einer Buchseite befreit. Mit dem aktuellen ScanRobot 2.0 MDS ist es möglich, bis zu 2500 Seiten pro Stunde zu scannen.

Derzeit ist ein noch effizienteres Scanverfahren in der Entwicklung, der Book-Flipping-Scanning-Robot der Universität in Tokio. Mittels einer Hochgeschwindigkeitskamera kann dieser ein Buch beim bloßen durchblättern digitalisieren. Er schafft so Spitzenleistungen von 250 Seiten in der Minute, was wiederum 15.000 Seiten pro Stunde bedeutet.

Allerdings scheint mir dieses Verfahren derzeit für Historische Bestände derzeit noch nicht geeignet zu sein, schließlich steckt dieser Roboter noch in seinen Kinderschuhen.

Für Interessierte eine Videoaufnahme eines Prototyps dieses Roboters von 2012:

http://www.golem.de/news/book-flipping-scanning-roboter-buchscanner-blaettert-mit-250-seiten-pro-minute-1211-95780.html

Eine weitere durchaus interessante Variante eines automatischen Buchscanners ist die Selbstbauanleitung eines Google-Mitarbeiters, bei dem ein Staubsauger das Umblättern übernimmt. Er schafft zwar „nur“ 1000 Seiten pro 90 Minuten, dafür ist seine Bauanleitung allerdings für jeden frei verfügbar und er ist somit für handwerklich Geschickte eine kostengünstige Alternative zu den mehreren tausend Euro teuren professionellen Geräten.

Inwiefern dieser Do-It-Yourself-Scanner für Bibliotheken einsetzbar ist, müsste allerdings noch getestet werden. Hier sollte man doch durchaus eher Geld als handwerkliches Geschick investieren, um optimale und schonende Ergebnisse zu erhalten.

A place where memories could be shared and stories could be told

Museen gibt es heutzutage zu vielen verschiedenen Gegenständen und Themen. Von wissenschaftlichen Museen voller Meteoriten, anatomischen Sensationen und Dinosaurierknochen über Kunstmuseen voller Bilder und Skulpturen bis hin zu Museen die das kulturelle Artefakte zeigen. Von Wissenschaft über Kunst bis hin zur Kultur findet sich viel in unseren Museen. Selbst die Popkultur steht als Exponat dort. So gibt es zum Beispiel ein Computerspielmuseum in Berlin.

Seit 2005 kann man in Berlin aber auch das Ramonesmuseum besuchen. Als weltweit einziges Museum über die amerikanische Punk-band sind in dem 2008 in Mitte neu eröffneten Museum um die 500 Exponate zu bestaunen. Doch wer waren die Ramones?

Die Ramones waren DIE Punk-band. Das Klischee, welches wir heutzutage von Punk haben wurde weitestgehend von ihnen geprägt. Sie waren laut, sie waren rebellisch sie waren nur nicht britisch. 1974 in Queens New York gegründet, lösten sie sich 1996 auf und heute sind leider alle Gründungsmitglieder verstorben. Eine weitere Besonderheit war, dass alle Mitglieder als Künstlernamen den Nachnamen „Ramone“ gaben. Punk-familie. Benannt nach einem Künstlernamen den Paul McCartney am Anfang der Beatleskarriere benutzte.

Was wird einem nun in diesem Museum geboten? Das Museum begreift sich selbst als einen Ort, nicht nur für Ramones-Fans, sondern für alle Musikfans. Ein Ort an dem man sich auch treffen kann um sich auszutauschen. „A place where memories could be shared and stories could be told.“, heißt es auf der offiziellen Website. EIn Museum als Ort menschlicher Kommunikation- ein schöner Gedanke.

Da auch gerade Museen zu den Informationseinrichtungen gehören in denen es am leichtesten is zu arbeiten, auch ohne etwas in dieser Richtung studiert zu haben, sollte es vielleicht noch mehr solcher Museen geben.

Weitere Informationen zum Ramones-Museum findet man unter: http://www.ramonesmuseum.com/

In dem Sinne „enjoy the ride“.

Überall „Bibliotheken“

Da möchte man einfach mal komplett abschalten vom Unialltag, die Seminare und Vorlesungen vergessen und sich einen Tag lang auf eine Freundin konzentrieren, die bald heiratet. Also ab auf die Hochzeitsmesse und schwupps… schon sind alle Gedanken an Hausaufgaben, Lernen und Uni allgemein vergessen. Konzentriert wird sich aufs Flyereinsammeln von DJs, Kleiderläden, Locations und Diplomringdesigner… und da passiert es: bei einem unscheinbaren Stand eines Fotografen entdeckt man einen Bildschirm, darauf: (die Überschrift) Bildbibliothek und jede menge Fotos. Während die Freundin also über Budgets und Angebote spricht, klickt man sich als Bibliothekswissenschaftsstudentin durch glücklich lächelnde Paare auf dem Bildschirm, um der Sache auf den Grund zu gehen. Um folgendes festzustellen: Die hier angepriesene BildBIBLIOTHEK ist nichts weiter als eine ganz normale Bildgalerie. Nichts als stumpfes durch die Bilder klicken, die nicht einmal einen Titel tragen. Keine Möglichkeit nach Motiven zu suchen oder überhaupt irgendwas zu machen außer…klick…Pärchen auf Rasen…klick…Pärchen auf nem Boot…klick…Zwei Ringe auf Laub…ups…zurück zur Übersicht.

Und das ist kein Einzelfall, nein, denn im nächsten Brautmodengeschäft genau dasselbe Spiel. Diesmal der Bildschirm eines begabten Konditors, der eine Bildbibliothek zur Verfügung stellt, um seine Tortenmeisterwerke zu präsentieren. Die Fotos waren diesmal immerhin beschriftet (z.B. „Doppeldeckertorte rund mit Rosen“) Aber reicht dies aus, um die Zusammenstellung der Fotos eine Bibliothek zu nennen?

Laut Wikipedia gilt diese Definition: „Eine Bibliothek ist eine Dienstleistungseinrichtung die ihren Nutzern Medien zur Verfügung stellt. Diese Medien können Informationen enthalten oder der Unterhaltung dienen.“ Jetzt kann man sich natürlich darüber streiten, ob die Fotos in diesem Sinne eine Informationsquelle sind (die Braut sagt eindeutig ja, schließlich kann sie anhand der Fotos entscheiden, wie ihre eigene Torte vllt., eventuell mal aussehen könnte). Meiner Meinung nach reicht dieses Bisschen Information nicht aus, sondern es handelt sich um normale Bildgalerien mit einem hochtrabendem Namen.

Fazit: Es gibt in Berlin 10.400 Bibliotheksstandorte (Stand 2011: http://www.bibliotheksportal.de/service), die Dunkelziffer ist anscheinend bei Weitem höher, aber lange nicht jede „Bibliothek“ hat ihren Namen auch verdient.

(V.Gödecke)

Presse für das Allgemeininteresse?

Angesichts sinkender Verkaufszahlen bei Printmedien sowie sinkenden Löhnen und immer unsichereren Arbeitsverhältnissen für Journalisten stellt sich die Frage, wie ein Journalismus finanzierbar bleiben kann, der auf Hintergrundrecherchen nicht verzichten will.
Ein interessantes Modell zur Finanzierung einer freien Presse hat Pierre Lambert in der Dezemberausgabe von Le monde diplomatique vorgestellt (Artikel auf Französisch: http://www.monde-diplomatique.fr/2014/12/RIMBERT/51030). Die diesem Artikel zu Grunde liegende Idee besagt, dass gut recherchierte Information letztlich dem Allgemeininteresse dient. Dabei wird zwischen Unterhaltungspresse und einer solchen dem Allgemeininteresse dienenden Institution unterschieden. Letzte könne als allgemeines Gut aufgefasst werden, allerdings nur, wenn sie auch ökonomisch von Staat und Unternehmen unabhängig sei. In diesem Sinne argumentiert Rimbert für eine Umstrukturierung des Print- und Distributionssektors und vor allem für die Finanzierung des Pressesektors durch einen Fonds, der von staatlichen Institutionen und damit parteipolitischen Interessen entkoppelt ist. Auf diese Weise sollen wahrhaft unabhängige, freie und dem Allgemeininteresse dienende Hintergrundinformationen zu politischen, wissenschaftlichen und kulturellen Entwicklungen ermöglicht werden.

Schema zum Finanzierungsmodell:

http://www.monde-diplomatique.fr/cartes/financementpresse