Presse für das Allgemeininteresse?

Angesichts sinkender Verkaufszahlen bei Printmedien sowie sinkenden Löhnen und immer unsichereren Arbeitsverhältnissen für Journalisten stellt sich die Frage, wie ein Journalismus finanzierbar bleiben kann, der auf Hintergrundrecherchen nicht verzichten will.
Ein interessantes Modell zur Finanzierung einer freien Presse hat Pierre Lambert in der Dezemberausgabe von Le monde diplomatique vorgestellt (Artikel auf Französisch: http://www.monde-diplomatique.fr/2014/12/RIMBERT/51030). Die diesem Artikel zu Grunde liegende Idee besagt, dass gut recherchierte Information letztlich dem Allgemeininteresse dient. Dabei wird zwischen Unterhaltungspresse und einer solchen dem Allgemeininteresse dienenden Institution unterschieden. Letzte könne als allgemeines Gut aufgefasst werden, allerdings nur, wenn sie auch ökonomisch von Staat und Unternehmen unabhängig sei. In diesem Sinne argumentiert Rimbert für eine Umstrukturierung des Print- und Distributionssektors und vor allem für die Finanzierung des Pressesektors durch einen Fonds, der von staatlichen Institutionen und damit parteipolitischen Interessen entkoppelt ist. Auf diese Weise sollen wahrhaft unabhängige, freie und dem Allgemeininteresse dienende Hintergrundinformationen zu politischen, wissenschaftlichen und kulturellen Entwicklungen ermöglicht werden.

Schema zum Finanzierungsmodell:

http://www.monde-diplomatique.fr/cartes/financementpresse

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