Automatisch Buchscanner – Scan Robots

War der ScanRobot der österreichischen Firma Treventus 2007 noch ein Highlight auf der weltweit größten Messe für Informationstechnik, der CeBIT in Hannover, sind vollautomatische Buchscanner heute vor allem bei der Digitalisierung von Großbeständen kaum mehr wegzudenken.

Ebenso wie manuelle Buchscanner arbeiten die vollautomatischen mit einer digitalen Kamera von oben, sodass das mühselige Herausholen, Umblättern und wieder auf den Scanner legen entfällt. Aber im Unterschied zu manuellen nehmen Scan-Roboter dem Nutzer noch eine weitere Tätigkeit ab: Das Umblättern.

Am Anfang der  Geschichte der Automatischen Buchscanner wurde das Umblättern durch eine Kombination von Luft und Roboter-Greifarm realisiert. Dabei separierte der Scanner die Buschseiten zuerst mittels eines Luftstoßes voneinander und blätterte anschließend mit dem Greifarm um.

Anders als in der Anfangszeit fällt der Greifarm heutzutage weg und die gesamt Arbeit wird von Luftstößen übernommen. Unter diesen Umständen ist es heute möglich, insbesondere Historische Bestände besonders schonend zu digitalisieren. Zudem werden die Digitalisate durch eine Software automatisch von den Verzerrungen einer Buchseite befreit. Mit dem aktuellen ScanRobot 2.0 MDS ist es möglich, bis zu 2500 Seiten pro Stunde zu scannen.

Derzeit ist ein noch effizienteres Scanverfahren in der Entwicklung, der Book-Flipping-Scanning-Robot der Universität in Tokio. Mittels einer Hochgeschwindigkeitskamera kann dieser ein Buch beim bloßen durchblättern digitalisieren. Er schafft so Spitzenleistungen von 250 Seiten in der Minute, was wiederum 15.000 Seiten pro Stunde bedeutet.

Allerdings scheint mir dieses Verfahren derzeit für Historische Bestände derzeit noch nicht geeignet zu sein, schließlich steckt dieser Roboter noch in seinen Kinderschuhen.

Für Interessierte eine Videoaufnahme eines Prototyps dieses Roboters von 2012:

http://www.golem.de/news/book-flipping-scanning-roboter-buchscanner-blaettert-mit-250-seiten-pro-minute-1211-95780.html

Eine weitere durchaus interessante Variante eines automatischen Buchscanners ist die Selbstbauanleitung eines Google-Mitarbeiters, bei dem ein Staubsauger das Umblättern übernimmt. Er schafft zwar „nur“ 1000 Seiten pro 90 Minuten, dafür ist seine Bauanleitung allerdings für jeden frei verfügbar und er ist somit für handwerklich Geschickte eine kostengünstige Alternative zu den mehreren tausend Euro teuren professionellen Geräten.

Inwiefern dieser Do-It-Yourself-Scanner für Bibliotheken einsetzbar ist, müsste allerdings noch getestet werden. Hier sollte man doch durchaus eher Geld als handwerkliches Geschick investieren, um optimale und schonende Ergebnisse zu erhalten.

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